UMTS ist sehr bequem, und vor allem Kabellos. Doch auch langsamer als DSL. Hier erfährst Du, wie Du Kosten- und Zeit sparen kannst und Dein Surfvergnügen dabei noch steigerst. Doch auch für Nutzer anderer langsamer Verbindungen, wie Modem oder ISDN ist dieser Artikel interessant
Im Artikel "Kabelloses Internet mit Linux" haben wir gesehen, wie schnell und unkompliziert man mit Linux per UMTS ins Internet kommt. Doch gemessen an der Geschwindigkeitv eines DSL-Anschlußes ist der Zugriff auf das internet vergleichsweise langsam. Insbesondere dann, wenn man aus verschiedenen Gründen nur eine GPRS-Verbindung bekommt. Viele Seiten sind leider mittlerweile auf DSL-Geschwindigkeiten ausgelegt. Ganze Menüs werden teilweise durch Grafiken dargestellt und einige Seiten sind grafisch sehr aufwändig gestaltet. Viele dieser Grafiken sind wichtig um auf der Seite navigieren zu können. Zwar kann man bei den meisten Browsern das automatisch laden von Grafiken abschalten, jedoch kommt man nur selten in den Genuß eines unbeschwerten Surfens, wenn man sich weigert Grafiken zu laden. Andere Grafiken und Webinhalte sind für den Surfgenuß nicht unbedingt nötig. Darunter fallen insbesondere Werbebanner und und teilweise noch penetrantere Formen der Werbung, die teilweise das zügige Surfen stark beeinträchtigen können. In diesem Artikel möchte ich daher zeigen, wie es möglich ist zum einen Übertragungsvolumen zu sparen, den Seitenaufbau zu beschleunigen und als angenehmen Nebeneffekt unerwünschte Werbeeinblendungen einfach zu entfernen. Das Zauberwort hierbei nennt sich Proxy. Hierbei handelt es sich keineswegs um eine neue Technik, vielmehr war sie vor dem "DSL-Zeitalter" bei den guten alten Modem- oder ISDN-Verbindungen schon sehr verbreitet. Auch in großen Firmennetzwerken kommt er zum Einsatz. Dort jedoch auch um die Sicherheit des Netzwerkes zu erhöhen. Ein Proxy fungiert eigendlich als "Mittelsmann" zwischen dem Internet und dem lokalen Browser. Statt eine Webseite direkt aus dem Internet zu beziehen stellt der Browser die Anfrage an den Proxy. Der Proxy widerrum bezieht die Seite aus dem Internet und liefert sie an den Browser aus. Darüberhinaus speichert der Proxy alle aus dem Internet bezogenen Daten lokal zwischen. Bei einem erneuten Aufruf der gleichen Seite muss ein Großteil der Informatioenen nicht erneut aus dem Internet übertragen werden. Dies macht sich insbesondere bei Grafiken und anderen Mutlimediainhalten bemerkbar. Nur "neuere" Informationen werden abgerufen. Da jedoch einige Inhalte, wie z. B. grafische Menüs über lange Zeiträume aus den gleichen Grafiken bestehen spart man zum einen Zeit und Übertragungsvolumen. Desweiteren ist es möglich über Regeln festzulegen, welche Seiten angezeigt werden dürfen, und welche nicht. Der wohl bekannteste unter Linux genutze Proxy "Squid " bietet desweiteren die Möglichkeit Plug-Ins einzubinden, die aufgrund bestimmter Kriterien eine Internetadresse bewerten können. Das Plug-In "Ad Zapper " bietet eine Funktionalität, die es ermöglicht regelbasiert Werbung zu erkennen. Wird dieses Plug-In nun zusammen mit Squid verwendet hat das zur Folge, dass die Webseiten praktisch Werbefrei sind. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt ist, dass diese Werbung auch nicht aus dem Internet übertragen wird, und somit nochmals den Volumen- und Zeitticker (aka. Uhr :-)) schont. Die meisten Distributionen bieten es an Squid über die distributionseigene Paketverwaltung zu installieren. In vielen Distributionen ist ebenfalls das Paket "Ad Zapper" enthalten. Nach dem Installieren und konfigurieren beider Pakete muss man lediglich noch den Webbrowser dazu bewegen einen Proxy zu nutzen. Suche dafür in den Browser-Einstellungen nach den "Proxy-Einstellungen" oder etwas ähnlichem. Wenn Du den Proxy auf dem gleichen Rechner installiert hast, mit dem Du Dich auch mit dem Internet verbindest musst dort lediglich als Proxyserver 127.0.0.1 und als Port der Standardport des Squid 3128 eingetragen werden. Das beste wird sein Du schaust Dir zuallererst Deine Lieblingsseite mit der allermeisten Werbung an. Sofort wirst Du die fehlende Werbung bemerken. Beim zweiten Aufruf der Seite wird Dir vermutlich der Geschwindigkeitsvorteil auffallen. Doch Vorsicht! Werbefreies surfen kann zu einem Kulturschock führen, wenn man einen fremden Rechner benutzt, der die Werbung nicht filtert ;-) Diskutiere diesen Artikel in einem Forum. (0 Beiträge) |