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Die Nadel im Heuhaufen Drucken E-Mail
Dienstag, 24 Mai 2005
Das Internet hilft uns heutzutage wie kein anderes Medium schnell an die Informationen zu kommen, die wir so dringend benötigen. Doch bekommen wir wirklich alle möglichen Informationen? Oder nur eine Untermenge, die von einigen Firmen oder Regierungen gebilligt werden?

Was sich anhört wie eine böse Unterstellung ist in Wirklichkeit eine gute und berechtigte Frage. Versuche Dir einmal klar zu machen, wie wichtig welche Suchmaschine im Internet für Dich ist. Füre Dir desweiteren vor Augen, was wäre, wenn diese Suchmaschine Dir nur Inhalte anzeigen würde, welche durch jemand anderen Vorgegeben wurde. In der Volksrepublik China betreibt google den Suchdienst www.baidu.com. Sucht ein Internetuser hier nach einem Thema, welches nicht im Sinne der Obrigkeit ist, so wird er ausschließlich auf staatsnahe Seiten verwiesen.

Obgleich wir nicht befürchten müssen, dass wir einer solchen Art der Zensur unterworfen werden, so stellt sich doch eines klar und deutlich heraus. Die Möglichkeit das Internet nach spezifischen Informationen zu durchsuchen bieten nur sehr wenige große Suchmaschinen. Diese sind alle kommerziell ausgerichtet. Durch diese kommerzielle Ausrichtung bleibt es nicht aus, dass diese Firmen Geld machen, indem Sie für einen zahlenden Kunden einen Link direkt an erster Position auf der Hauptseite anbringt.

Auf der Suche nach Alternativen wird die Luft plötzlich dünn. Zwar gibt es sogenannte Meta-Suchmaschinen, die gleich mehrere Suchmaschinen gleichzeitig absuchen, doch benutzen diese in der Regel auch die "großen" Suchmaschinen. Die wohl bekannteste im deutschen Raum ist www.metager.de.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt hierbei die Suchmaschine YaCy. Sie basiert auf dem aus Tauschbörsen bekannten "Peer to Peer"-Prinzip (auch P2P). Leider hat der Begriff "Peer to Peer" unter der Anwendung bei Tauschbörsen leiden müssen. Denn Das Prinzip an sich ist nicht, wie viele meinen strafbar. Vielmehr ist die Nutzung dieses Prinzips zum Austausch von illegalen Inhalten strafbar. Denn "Peer to Peer" bedeutet nichts anderes, als dass es keine zentrale Instanz gibt. In einem "Peer to Peer"-Netzwerk ist jeder Computer sowohl Server als auch Client.

Diese Technik macht YaCy sich zunutze, indem jeder, der an diesem Netzwerk teilnimmt einen Teil des Internets durchforstet. Im Rahmen von Suchanfragen innerhalb dieses Netzwerkes zum Beispiel werden dann die Ergebnisse untereinander ausgetauscht. Wenn ein Rechner nach einem bestimmten Begriff sucht, so fragt er alle anderen verfügbaren Rechner, ob Sie zu diesem Begriff passende Ergebnisse besitzen und zeigt diese seinem Benutzer an.

Dabei besitzt YaCy einige besondere zusätzliche Eigenschaften. Trotz der Tatsache, dass die Ergebnisse untereinander ausgetauscht werden ist es an keinem Punkt möglich zu erkennen, welche Seiten soeben von einem bestimmten Mitglied des Netzwerkes betrachtet oder durchsucht wurden. Desweiteren ist ein Proxy in YaCy integriert, der es auch ermöglicht ganz ohne DNS-Server eine eigene Domain mit der Endung .yacy zu besitzen, auf die alle anderen YaCy-Clients zugreifen können. Doch dies sind nur wenige der umfangreichen Features von YaCy. Momentan handelt es sich noch um ein recht junges Projekt, dass sich allerdings rasant weiterentwickelt. Fast täglich werden von den Programmierern im YaCy-Forum neue Ideen entwickelt, verwirklicht und unter der GPL freigegeben.

Allerdings ist es natürlich nicht jedermanns Sache sich ein Programm zu installieren um im Internet suchen zu können.  Möchtest Du nur einmal probeweise das Originalinterface verwenden, dann kannst Du auf einen der Testpeers zurückgreifen.
 
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