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Donnerstag, 24 Februar 2005
Das Internet, so behaupten die einen sei ein anonymer Raum, andere wiederum meinen es besser zu wissen und erklären, dass man im Internet nicht unentdeckt bleiben kann. Wieder andere behaupten, das beides richtig sei. Um diese Argumente verstehen zu können ist es jedoch nötig einen Blick hinter die Kulissen des Internets zu werfen.

Um das Internet zu verstehen ist es nötig einen Blick auf seine Geschichte zu werfen. Entstanden ist es Ende der 60er Jahre aus dem ursprünglich militärisch entwickelten ARPANET (Advanced Research Project Agency Network). Damals wie heute ist einer der wichtigsten Grundsätze die Gewährleistung von Ausfallsicherheit. Es gilt zu vermeiden, dass durch den Ausfall einer Komponente das gesamte Netzwerk unbenutzbar wird. Zwar kann nicht jeder Computer durch ein eigenes Kabel mit jedem anderen verbunden werden, aber es reicht vollkommen, wenn ein Computer mit jeweils mehr als einem verbunden ist.


In diesem Beispiel möchte Computer A mit Computer B kommunizieren. Doch das Kabel zwischen Computer A und Computer C ist defekt. Allerdings sind sowohl Computer A als auch Computer C mit einem separaten Kabel mit Computer B verbunden. Computer A entscheidet sich nun seine Daten zunächst an Computer B zu senden, von dem er weis, dass er seine Daten an Computer C weiterleiten kann.

Ein weiterer sehr angenehmer Nebeneffekt dieses Verfahrens ist nun, dass es nun nicht mehr nötig ist eine direktes Kabel von Standort A in Deutschland zu Standort D in den VereinigtenStaaten von Amerika zu verlegen. Denn man kann sich dieses Prinzip zunutze machen, indem man bereits vorhandene Verbindungen nutzt, um Daten über weite Strecken zu versenden.


Der deutsche Computer A muss keinen direkten Weg zu Computer D kennen. Er muss lediglich einen anderen Computer (hier B oder C) kennen, um die Daten an das gewünschte Ziel zu senden. Da es zu kompliziert wäre, das mehrere Milliarden Computer umfassende Internet bei jedem Fehler manuell anzupassen, um diese zu umgehen, wurde das Internet Protokoll geschaffen, welches ermöglicht diese Prozesse weitestgehend zu automatisieren. Diese hochgradig gegen Ausfälle gesicherte Architektur, die das Internet, wie wir es heute kennen erst möglich macht ist zugleich aus Sicht des Datenschutzes das größte Problem.

Die Diagramme zeigen ein stark vereinfachtes Bild eines Netzwerkes. In diesem Fall gibt es maximal zwei Zwischenstationen. Je nach Ort und Anbindung einer Webseite kann der Aufruf einer solchen allerdings über wesentlich mehr Komponenten weitergeleitet werden. Traceroute ist ein Programm, das die zwischengeschalteten Komponenten anzeigt.




Hier ist eine Anfrage an den Webserver www.enumerator.de zu sehen. Von dem anfragendem Computer aus wird die Anfrage über neun Netzwerkkomponenten weitergeleitet. Sofern vom Benutzer keine besonderen Vorkehrungen zur sicheren Übertragung der Daten, zum Beispiel durch Verschlüsselung getroffen wurden, können an jeder dieser Komponenten theoretisch die Daten ausgespäht werden. Desweiteren wird auf einigen Komponenten festgehalten, welcher Computer wann welche Art von Daten wohin übertragen hat.



Jetzt scheint es natürlich so, als seien die Personen im Recht, welche behaupten, im Internet sei man nicht anonym. Allerdings ist das auch nur eine Teilwahrheit. Wie wir soeben gesehen haben ist es rein theoretisch ein leichtes herauszufinden, welche Person zu welchem Zeitpunkt, welche Informationen im Internet abgerufen oder verschickt hat. Praktisch ist es jedoch möglich dieses Weiterleitungsprinzip auf vielfältige Weise zu nutzen, um falsche Spuren zu legen und somit seinen wahren Standort zu verschleiern.
 
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